{"id":3930,"date":"2016-09-22T00:01:17","date_gmt":"2016-09-21T22:01:17","guid":{"rendered":"http:\/\/spaceteam.at\/?p=3930"},"modified":"2016-09-22T00:01:17","modified_gmt":"2016-09-21T22:01:17","slug":"cspace-2016-vol-nominal","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wptest3.tust.at\/index.php\/2016\/09\/22\/cspace-2016-vol-nominal\/","title":{"rendered":"C&#8217;Space 2016: vol nominal!"},"content":{"rendered":"<p>Nachdem die letzten Elektronik- und Trenntests bis sp\u00e4t in die Nacht des Vortages angedauert hatten, bekam \u201eWatney\u201c die Freigabe f\u00fcr den \u201eVol simul\u00e9\u00b4\u201c,dem finalen Test. Der hierbei durchzuspielende Flugverlauf von Vorbereitungen, Start, Trennung (Hierbei galt es die, durch den Trennmechanismus herausgeschleuderte Spitze mit einer Decke aufzufangen), und dem reibungsfreien Entfalten der Fallschirme verlief problemlos. Gegen Mittag zeigten die Bildschirme im Kontrollzentrum, dass STR-06 als zweite Rakete ihrer Kategorie die Startfreigabe erhalten hat.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/spaceteam.at\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-3937 size-medium\" src=\"https:\/\/spaceteam.at\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/1-300x225.jpg\" alt=\"1\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/wptest3.tust.at\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/1-300x225.jpg 300w, https:\/\/wptest3.tust.at\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/1-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/wptest3.tust.at\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/1-768x576.jpg 768w, https:\/\/wptest3.tust.at\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/1.jpg 1280w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Unser Startfenster fiel auf fr\u00fchen Nachmittag. Nach einer kleinen St\u00e4rkung ging es f\u00fcr uns an die finalen Vorbereitungen und Adaptionen f\u00fcr den Flug. Unter anderem galt es, die Masse der Rakete mittels zus\u00e4tzlicher Nutzlast (500 Gramm Gummib\u00e4rchen) zu erh\u00f6hen, da die Flugsimulationen beim Abnahmetest eine leicht zu hohe Endgeschwindigkeit angezeigt hatten. \u201eWatney\u201c wurde ein letztes mal gewogen, die Akkus aufgeladen, die Fallschirme gepackt und am fr\u00fchen Nachmittag war alles bereit f\u00fcr die Abfahrt zum Startplatz. Dort angekommen mussten nur noch die Druckbeh\u00e4lter bef\u00fcllt werden und schon befanden wir uns in einem alten Armeelastwagen, der uns \u00fcber holprige Feldwege zur gut 500 Meter entfernten Startrampe brachte, wo uns das Sicherheitsteam und der Pyrotechniker schon erwarteten. Unserem Launch-Protokoll folgend brachten wir STR-06 auf der Startrampe in Position, instruierten das Personal \u00fcber letzte Handgriffe zum Scharfschalten der Bordelektronik (Rei\u00dfleine ziehen und davonlaufen) und fuhren, bis auf unseren Teamleiter (er hatte nat\u00fcrlich die Ehre, die Z\u00fcndungssequenz einzuleiten), zur\u00fcck in die Sicherheitszone, um dort unsere Bodenstation in Betrieb zu nehmen. Einige Wolken zogen \u00fcber den ansonst blauen Himmel hinweg, w\u00e4hrend wir darauf warteten, dass der Pyrotechniker den Motor einsetzte und die Elektronik aktivierte. Gut 15 Minuten sp\u00e4ter war es soweit und per Funk wurde gemeldet, dass unser Sicherungsstift gerade entfernt wurde. Es dauerte keinen Moment, da empfingen wir erste Funksignale. Die letzten Befehle wurden an den Bordcomputer gesendet und dann war es soweit: Ready for takeoff! Vor uns lag ein Flug bei gutem Wetter, der uns laut der Simulation des franz\u00f6sischen Kontrollzentrums mit gut 800 Km\/h auf 2000 Meter schicken sollte.<\/p>\n<div id='gallery-1' class='gallery galleryid-3930 gallery-columns-2 gallery-size-thumbnail'><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon portrait'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/wptest3.tust.at\/3-3\/'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/wptest3.tust.at\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/3-1-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt><\/dl><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon portrait'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/wptest3.tust.at\/2-2-2\/'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/wptest3.tust.at\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/2-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt><\/dl><br style=\"clear: both\" \/>\n\t\t<\/div>\n\n<p>Die letzten Sekunden verstrichen und aus den Lautsprechern am Startplatz t\u00f6nte der Countdown: \u201eThree, Two, One, Ignition!\u201c Ein lautes Grollen ert\u00f6nte und auf einem Feuerstrahl schoss \u201eWatney\u201c in die H\u00f6he, durchstie\u00df eine der Wolken und war nicht mehr zu sehen. Dann herrschte Stille. Obwohl noch keine Daten vorlagen, war jedem von uns klar, dass sowohl Flugh\u00f6he, als auch Geschwindigkeit deutlich \u00fcber den, von den Veranstaltern vorausgesagten Werten lagen. Die Sekunden schienen dahinzuschleichen und alle Augen waren in den Himmel gerichtet, um den (hoffentlich planm\u00e4\u00dfig ge\u00f6ffneten) Bremsschirm zu entdecken. Und tats\u00e4chlich: Die Rakete hatte getrennt und befand sich mit Hilfe des kleinen Schirmes in einem schnellen, jedoch kontrollierten Sinkflug. Kurze Zeit sp\u00e4ter wurde, wie geplant, auf 150 Metern H\u00f6he der Hauptschirm ge\u00f6ffnet und STR-06 glitt sanft wie eine Feder zu Boden und verschwand in rund einem Kilometer Entfernung hinter einem kleinen H\u00fcgel. Freude und Begeisterung \u00fcber den bis dahin makellosen Flug kannten keine Grenzen. Nachdem wir den Start einer anderen Rakete abgewartet hatten, bekamen wir die Freigabe f\u00fcr die Bergung. Dank der, von unserer Elektronik gesendeten GPS- Koordinaten war dies ebenfalls ein Kinderspiel und so konnte \u201eWatney\u201c schnell und unversehrt in einem Maisfeld gefunden werden. Nach R\u00fccktransport und Nachbereitung in der Werkstatt war es an der Zeit, unseren erfolgreichen Flug geb\u00fchrend zu feiern.<\/p>\n<div id='gallery-2' class='gallery galleryid-3930 gallery-columns-2 gallery-size-thumbnail'><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon portrait'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/wptest3.tust.at\/5-3\/'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/wptest3.tust.at\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/5-1-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt><\/dl><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon portrait'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/wptest3.tust.at\/4-2-2\/'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/wptest3.tust.at\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/4-scaled-1-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt><\/dl><br style=\"clear: both\" \/><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon portrait'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/wptest3.tust.at\/6\/'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/wptest3.tust.at\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/6-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt><\/dl><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/wptest3.tust.at\/7\/'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/wptest3.tust.at\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/7-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt><\/dl><br style=\"clear: both\" \/>\n\t\t<\/div>\n\n<p>Die abschlie\u00dfende Auswertung der Flugdaten ergaben eine maximale Flugh\u00f6he von 2830m bei einer Geschwindigkeit von 1062 Km\/h. STR-06 war dabei der 50-Fachen Erdbeschleunigung ausgesetzt. Der gesamte Flug dauerte rund drei Minuten, davon 21 Sekunden Steigflug.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/wptest3.tust.at\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/cspace2016_height_mach-2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-3946 size-large\" src=\"https:\/\/wptest3.tust.at\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/cspace2016_height_mach-2-1024x439.jpg\" width=\"1024\" height=\"439\" srcset=\"https:\/\/wptest3.tust.at\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/cspace2016_height_mach-2-1024x439.jpg 1024w, https:\/\/wptest3.tust.at\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/cspace2016_height_mach-2-300x129.jpg 300w, https:\/\/wptest3.tust.at\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/cspace2016_height_mach-2-768x329.jpg 768w, https:\/\/wptest3.tust.at\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/cspace2016_height_mach-2.jpg 1458w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Keine der anderen Raketen beim C&#8217;Cpace 2016 sollte diese Werte \u00fcberbieten. Dieser Flug war der Jungfernflug f\u00fcr einen neu entwickelten Trennmechanismus auf Kaltgasbasis und stellte zudem einen neuen teaminternen Rekord f\u00fcr Flugh\u00f6he- und Geschwindigkeit auf (Der Geschwindigkeitsrekord wurde bei Erscheinen dieses Berichtes schon \u00fcberboten). Zusammengefasst war dieser Flug in vielerlei Hinsicht einzigartig und wird allen Beteiligten mit Sicherheit noch lange positiv in Erinnerung bleiben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nachdem die letzten Elektronik- und Trenntests bis sp\u00e4t in die Nacht des Vortages angedauert hatten, bekam \u201eWatney\u201c die Freigabe f\u00fcr den \u201eVol simul\u00e9\u00b4\u201c,dem finalen Test. Der hierbei durchzuspielende Flugverlauf von Vorbereitungen, Start, Trennung (Hierbei galt es die, durch den Trennmechanismus herausgeschleuderte Spitze mit einer Decke aufzufangen), und dem reibungsfreien Entfalten der Fallschirme verlief problemlos. 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